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Er stellte Weltrekorde auf, sammelte zahllose nationale und internationale Titel und gewann olympisches Silber. Karl-Hans Riehm aus Konz, einst weltbester Hammerwerfer, galt als Modellathlet und Sympathieträger - eine Lichtgestalt der deutschen Leichtathletik. Der Sport habe ihm viel gegeben, sagt der inzwischen 47-jährige Innenarchitekt. Doch es gab Schattenseiten.

Im Interview mit dem Trierischen Volksfreund spricht Karl-Hans Riehm über die Doping-Problematik

TV: Sie haben eingestanden, dass Sie für kurze Zeit mit Anabolika "experimentiert" haben.

Riehm: Wie man heute weiß, benutzten viele Sportler Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre anabole Medikamente zur Leistungssteigerung, die nicht auf der Dopingliste standen. Ab 1972 wurden diese Präparate verboten und bei allen Dopingkontrollen getestet. Da ich mich auf einem hohen Leistungsniveau befand und ständig an Länderkämpfen sowie nationalen und internationalen Meisterschaften teilnahm, musste ich zwangsläufig zu Dopingkontrollen, die alle negativ waren.

TV: Haben Sportkameraden, Trainer oder Mediziner dies beeinflusst, eventuell gefördert oder gebremst?

Riehm: Die Trainer waren außen vor, und die Ärzte haben nie dazu geraten, sondern gewarnt. Es gab keinen Mediziner, der gesagt hat: Du nimmst das. Ich habe mich ein wenig herangetastet, aber nie in großem Stil. Um eine schnellere Regeneration im Training zu erzielen, habe ich in ganz niedriger Dosierung Tabletten genommen. So war es möglich, die Trainingsintensität zu steigern.

TV: Glauben Sie, dass Aufklärung über Doping-Sünden der Vergangenheit abschreckend wirken kann?

Riehm: Sportler sollten sich in der Doping-Bekämpfung stark machen und auf Selbstreinigungs-Mechanismen setzen.

TV: Was hat Sie bewogen, auf Dauer die Finger vom Doping zu lassen?

Riehm: Es gab keine Wunderpille. Was mich entscheidend voran gebracht hat, waren die professionellen Trainingsmöglichkeiten als Zeitsoldat. Das Leben bestand für mich ab 1974 nur aus essen, schlafen und trainieren. Das war die Grundlage für meine Entwicklung, die in den Weltrekorden gipfelte und mit der ich selbst nie gerechnet hatte. Hinzu kam die von meinem Trainer Ernst Klement erdachte geniale Verbesserung der Hammerwurf-Technik. Damit waren wir führend in der Welt. Wer halbwegs bei Verstand ist, lässt die Finger vom Doping. Ich wollte meine Karriere nicht aufs Spiel setzen, keine vierjährige Sperre riskieren. Außerdem habe ich gesundheitliche Schäden gefürchtet.

Zur Person

Karl-Hans Riehm geboren am: 31. Mai 1951 in Konz, verheiratet, zwei Kinder Beruf: Innenarchitekt

Größte Erfolge:

• Olympia: Silber 1984, Vierter 1976; Zehnter 1972

• Weltrekorde: 1975 in Rehlingen (78,50 Meter) und 1978 in Heidenheim (80,32)

• zehnmal Deutscher Meister

• Weltcup- und Europacup-Gewinner